Teeanbauländer

Hintergrundinformationen: Erdkunde
Deutscher Teeverband e.V.
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Die Herkunftsländer des Tees
Teepflanzen gedeihen im subtropischen bis tropischen Gürtel rund um den Äquator – genauer gesagt zwischen 38° N und 38° S. Die Gebiete zeichnen sich durch die Charakteristika tropischer Regenwald, tropische Savanne und Sommerregen aus. Die Teesträucher wachsen auch in höheren Lagen von bis zu 2.500 m. Aus der traditionellen Anbauweise durch Bauern im Familienbetrieb im Fernen Osten (Südostasien) hat sich eine wichtige Plantagenwirtschaft entwickelt, die zum Teil noch in den Händen von Gesellschaften ist, zum Teil verstaatlicht wurde. Neben Indonesien und China sind Indien und Sri Lanka die wichtigsten Lieferanten für den deutschen Markt, gefolgt von Afrika (Kenia, Malawi, Tansania, Zimbabwe, Ruanda und Südafrika).
Indien
Die wohl berühmtesten Tee-Anbaugebiete Indiens sind Darjeeling und Assam. Daneben ist Dooars das drittgrößte Gebiet im Norden. Feinste Tees kommen auch aus Sikkim – der nördlichsten Anbauregion Indiens. Im Süden des Landes erstreckt sich das Nilgiri-Gebiet. Hier wird fast die Hälfte der in Indien produzierten Tees
angebaut. Kühle Nächte und intensive Sonnenstrahlen am Tag geben dem edlen Darjeeling-Tee, der an den südlichen Berghängen des Himalayas wächst, seine charakteristische Note. Erntezeit für Darjeeling ist von März bis November. Vielfalt und Charakter des „Champagners“ unter den Teesorten werden vom Ablauf der
Jahreszeiten bestimmt. Die erste Ernte im Jahr erfolgt im März und April. Dieser Tee aus der ersten Pflückung ist der besonders hochwertige „First Flush“. Hierbei handelt es sich um die ersten acht bis zwölf Pflückungen, die bis Anfang April geerntet wurden. Die zweite große Ernte in Darjeeling startet etwa Mitte Mai und dauert bis Ende Juni. Dieser gut ausgereifte „Second Flush“ – auch als Sommertee bezeichnet – ist besonders lange haltbar. Zwischen der ersten und zweiten Ernte wird ebenfalls Tee gepflückt. Diese Zeit ist geprägt durch starke Regenfälle. Die hohe Feuchtigkeit und die warmen Temperaturen lassen die Blätter schnell sprießen. Daher werden im April, zum Teil auch bis in den Mai hinein, die so genannten „Inbetweens“ gepflückt. Sie erreichen jedoch nur äußerst selten die Qualität der beiden Haupterntezeiten. Gleiches gilt für die „Third Flush“-
Pflückungen. Diese als „Regentees“ bezeichneten Sorten werden von Anfang Juli bis Ende September geerntet. Ende Juni setzt in Darjeeling der Monsunregen ein. Erst im Spätherbst, wenn der Regen nachgelassen hat und die Temperaturen deutlich zurückgegangen sind, werden wieder bessere Qualitäten geerntet. Die als „Autumnals“ bekannten Herbsttees sind allerdings nur begrenzt haltbar. Das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt liegt in der feucht-heißen Hochebene von Assam. Es erstreckt sich über rund 600 Kilometer entlang des Flusses Brahmaputra, der die Landschaft stark prägt. Der Strom tritt Jahr für Jahr
mehrere Wochen - hauptsächlich während der Monsunzeit von Juli bis September - über die Ufer und überschwemmt weite Teile der Region. Dank der extremen Feuchtigkeit und der tropischen Hitze wachsen die Teepflanzen sehr schnell und bringen eine reichhaltige Ernte. Da hier die Wintermonate relativ mild sind, kann in dieser Region Nordindiens nahezu das ganze Jahr über Tee geerntet werden. Allerdings ist der Ertrag in den Wintermonaten wesentlich geringer. In rund 2.000 Teegärten, die im gesamten Assam-Gebiet verteilt sind, werden die Blätter für einen würzigen, mitunter leicht malzigen Tee angebaut. Die Blätter, die beinahe das
ganze Jahr über geerntet werden können, lassen sich hervorragend mit anderen Teesorten mischen.
Das dritte größere Anbaugebiet im Norden Indiens heißt Dooars, eine mehr als 60.000 Hektar große Fläche zwischen Darjeeling und Assam. Umrahmt von Nepal, Tibet und Bhutan liegt Sikkim, das nördlichste Tee- Anbaugebiet in Indien. Hier gibt es nur eine Plantage – den Teegarten Temi. In dieser kleinen, aber feinen Region werden besonders hochwertige Tees angebaut, die den Darjeelings in keiner Weise nachstehen. Die Erntezeit startet in Sikkim etwa vier Wochen später als in Darjeeling. Das höchstgelegene Tee-Anbaugebiet der Welt findet man im Süden Indiens, in den Nilgiri-Bergen. Einige Teegärten liegen mehr als 2.500 Meter über
dem Meeresspiegel. Im Gegensatz zum Norden des Landes zeichnet sich die Nilgiri-Region durch viele kleine Plantagen aus. Durch das warme Klima können die Teeblätter das ganze Jahr über geerntet werden. Die beste Zeit ist jedoch zwischen Januar und April sowie im Juli und im August.
Sri Lanka
Tee aus Sri Lanka kommt nach wie vor unter dem ehemaligen Landesnamen, als Ceylon-Tee, in den Handel. Rund um den heiligen Berg, den Adam’s Peak, wachsen die Ceylon-Tees in Höhenlagen zwischen 650 und 2.000 Metern. Am begehrtesten sind die so genannten Highgrown-Tees. Diese wachsen hauptsächlich im Südwesten
der Insel. In dem kühlen Klima der Berge wächst die Pflanze langsamer, so dass die Blätter ein feineres und gleichzeitig intensiveres Aroma bekommen. Zu den ältesten und wichtigsten Anbaugebieten gehört Dimbula. Die Teegärten liegen im Südwesten der Insel in einer Höhe von etwa 1.500 bis 1.800 Metern. Wälder und wilde Flussläufe prägen die Hügellandschaft von Uva. Die Teebüsche wachsen in diesem großen Anbaugebiet im Süd-Osten Sri Lankas überwiegend unter Schatten spendenden Bäumen. Zwischen Westlich Dimbula und Uva liegt das Hochplateau von Nuwara Eliya. Hier befinden sich die höchstgelegenen Teegärten der Insel. Üppig wachsende Zypressen und Eukalyptusbäume verbreiten einen einzigartigen Duft, der sich im Aroma des Tees wieder findet. Östlich von Nuwara-Eliya und nördlich von Uva liegt das kleinere Gebiet Uda Pussellawa. Teegärten dieser Region ernten in der Regel zweimal im Jahr. Haupternte ist von Juli bis September.
Die Wiege der ceylonesischen Tee-Kultur liegt in Kandy. Die nördlichste Anbauregion Sri Lankas wurde nach der historischen Hauptstadt Ceylons benannt. Hier wächst der so genannte „mid country tea“, der wohl so genannt wird, weil die Teegärten von Kandy geografisch etwa in der Mitte der Insel liegen. Die besonderen Boden- verhältnisse in der südlichsten Teeregion Ruhuna sind verantwortlich für die relativ dunklen Teeblätter. Sie ergeben einen entsprechend dunklen Tee mit kräftigem Aroma.
China
In China, dem Geburtsland des Tees, wird bereits seit mindestens 1.800 Jahren kommerzieller Teeanbau betrieben. Die Hauptanbaugebiete liegen in den südlichen Regionen des Landes. Die wichtigsten sind Zhejiang, Hunan und Sichuan, aber auch Anhui und Fujian sind große Produzenten. Weitere Provinzen sind Guangdong,
Guangxi, Guizhou, Jiangxi, Hainan, Henan, Hubei, Jiangsu, Yunnan und Zhejiang. In der chinesischen Tee- provinz Yunnan, unweit vom indischen Assam, wird die Wiege der wilden Teepflanze vermutet. Der Tee gedeiht hier in höheren Lagen. Die Tee-Ernte in China beginnt auf der Insel Hainan, dem südlichsten Anbaugebiet,
bereits im März. In den anderen Provinzen erfolgen die ersten Pflückungen im April. Bis in den September hinein wird in China Tee geerntet. „Die besonders hochwertigen Tees kommen aus den hohen Bergen“, sagt ein altes chinesisches Sprichwort. Tatsächlich liegen aber die besten Anbaugebiete in den Bergen unterhalb von 1.800 Metern. Der weltbekannte Keemun-Tee aus der Provinz Anhui ist die Krönung der chinesischen Schwarztee- Kunst. Er ist im Geschmack voll, rund, fruchtig-süßlich und harmonisch. Das Geheimnis seines speziellen Aromas ist ein besonderes ätherisches Öl, Myrcenal genannt, das auch in Lorbeerblättern vorkommt, aber in keiner anderen Gattung des Teestrauchs. Ein besonderes Geschmackserlebnis bietet auch der aus China und Taiwan
stammende Oolong-Tee. Hierbei handelt es sich um einen halbfermentierten Tee, d.h., dass bei seiner Herstellung die frischen Teeblätter nur am Rand fermentieren.
Indonesien
Auf Java, einer der großen tropischen Sunda-Inseln, erstrecken sich die Teeplantagen von Ost nach West über die Insel. Die Teesträucher wachsen auf den fruchtbaren Vulkanböden des Pengalengan-Plateaus. Auf Java wird dank des Klimas ganzjährig Tee mit jahreszeitlich wechselnden Qualitäten geerntet. Besonders hochwertig sind die Pflückungen während der Trockenzeit von Juli bis September. Ein weiteres wichtiges Anbaugebiet Indonesiens ist Sumatra. Sumatra-Tees zeichnen sich durch einen an leichtere Assams erinnernden Geschmack aus.
Afrika
In Afrika wird erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts Tee angebaut. Das bedeutendste Anbauland ist Kenia. Hier wachsen die besten Tee-Sorten Afrikas. Sie stammen aus den Anbaugebieten Kericho, Nandi, Limuru-Kiambu, Muranga sowie Nyeri und Meru. Tee wird in Kenia hauptsächlich im Hochland, westlich und östlich des Great Rift Valleys, in Höhen von 1.500 m bis 2.000 m angebaut. Die klimatischen Besonderheiten ermöglichen eine ganzjährige Tee-Ernte. Sehr hoch ist der Ernteertrag in den Regenperioden von März bis Juni und von Oktober bis Dezember. Die Spitzentees werden dagegen in der Trockenzeit von Ende Dezember bis März geerntet. Neben Kenia wird auch in Malawi, Tansania, Zimbabwe, Ruanda und Südafrika Tee angebaut.
Weitere Tee-Anbauländer
Andere Anbaugebiete von Tee mit geringerer Bedeutung für den deutschen Markt sind die asiatischen Staaten Japan, Malaysia, Bangladesh, Nepal, Korea, Vietnam sowie die südamerikanischen Länder Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Ecuador. Auch in Russland, der Ukraine und Georgien sowie der Türkei wird Tee angebaut sowie in Australien und Ozeanien, wo besonders Papua Neuguinea als Teeproduzent zu nennen ist.
Südamerika
Das Grüne Gold der Indios
Mate Tee, das Nationalgetränk von Südamerika!

Die Blätter für das Heißgetränk werden von der immergrünen Stechpalme, dem „Ilexstrauch“, gewonnen. Das besondere an dieser Pflanze, ist der Koffeingehalt, den sie mit der Teepflanze gemeinsam hat. Mit „Mate“ bezeichnete man ursprünglich eigentlich das Trinkgefäß (heute Calebasse genannt); das Kraut heißt „yerba“. Im deutschsprachigen Raum ist das Aufgussgetränk jedoch als „Mate Tee“ bekannt. Das besondere an den Blättern des Ilexbaumes ist der Koffeingehalt. Neben der Teepflanze, Camelia Sinensis, ist sie der einzige Kräutertee, der ebenfalls Koffein enthält.
Mate wurde bereits von den Ureinwohnern Südamerikas getrunken und wird auch gern „das grüne Gold der Indios“ genannt. Bis heute trinkt die Mehrzahl der südamerikanischen Bevölkerung, vor allem rund um die typischen Anbaugebiete, wie Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay, regelmäßig Mate Tee. Bisher hat sich das Getränk in anderen Ländern noch nicht zum Trend entwickelt, so wird die jährliche Ernte weitestgehend für den Eigenbedarf verwendet (Jahresproduktion in Südamerika liegt etwa bei 300.000 Tonnen). Etwa die Hälfte des Mate Tees, der sich auf dem Markt befindet, stammt aus der Ernte von wildwachsenden Bäumen.
Je nach Region gibt es unterschiedliche Trinkgewohnheiten und Bräuche rund um den Kräutertee. So wird in den südlicheren Gegenden von Südamerika der Aufguss eisgekühlt getrunken. Doch die richtige Zubereitung und die Art des Trinkens werden immer als Kunst zelebriert. Getrunken wird Mate mit Freunden, Verwandten und als Zeichen der Gastfreundschaft. Für die Zubereitung benötigt man eine Calebasse, das Trinkgefäß, das aus einem ausgehöhlten, getrockneten Flaschenkürbis hergestellt wird. Am unteren und oberen Rand wird das Material mit Metall verstärkt und oft ist die Außenseite reich verziert. Das zerkleinerte Kraut wird nun in das Trinkgefäß gefüllt und mit 80°C heißem Wasser aufgegossen. Zum Trinken wird ein aus Metall gefertigter Trinkhalm, die Bombilla, verwendet. Sie besitzt am unteren Ende ein Sieb, durch das der Mate Tee beim Trinken gefiltert wird. Hier kann es aber trotzdem passieren, dass kleinere Blattstücke durch das Sieb gelangen und darin besteht die Kunst des richtigen Trinkens.
Der herbe, aromatische Geschmack von Mate Tee lässt sich gut mit anderen Aromen verfeinern. So bereitet man in Brasilien den Tee mit Minzeblättern oder einigen Tropfen Limonensaft zu und wird dann eisgekühlt genossen. Im Sommer ist der Aufguss mit Eiscreme eine köstliche Erfrischung. Aber auch als „Grogue de mate“ – eine Mischung mit Rum oder Cachaca – ist zu empfehlen.
Mate Tee ist in der Volksmedizin für seine stark anregende und belebende Wirkung bekannt, die auf den Koffeingehalt zurückzuführen ist. Es werden Stoffwechsel und Kreislauf angeregt und der Aufguss wirkt verdauungsfördernd, entschlackend und appetithemmend. In Südamerika gilt er vor allem als leistungssteigernd.
Quelle: Demmers Teehaus

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